30.08.2007 | Rubrik: Presse | Thema: Mühlheim, Schule / Bildung | Stichwort: Schulentwicklungsplan
Schulentwicklungsplanung / Wichernschule, Mühlheim: Mal wieder eine Luftnummer?
Grüne fragen nach Konzept für die dezentrale Beschulung
„Wo bleiben die Taten nach den hehren Ankündigungen des Landrats?“ fragt Andrea Wacker-Hempel, Mitglied der grünen Kreistagsfraktion im Schulausschuss, betreffend der Planung, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf künftig dezentral zu beschulen, „Den Gremien liegen bisher keinerlei Informationen dazu vor, wie die vollmundigen Absichten in die Praxis umgesetzt werden sollen.“ Die Grünen haben deshalb eine parlamentarische Anfrage eingereicht.
Die CDU/SPD-Mehrheit des Kreistages hatte mit dem Schulentwicklungsplan im Dezember 2006 beschlossen, die Schülerinnen und Schüler der Mühlheimer Wichernschule künftig in dem Gebäude der Gerhard-Hauptmann-Schule in Klein-Welzheim zu beschulen und zusätzlich folgenden Passus angefügt: „Der Kreis Offenbach wird Initiativen ergreifen, um im Hessischen Kultusministerium auf eine Öffnung des Bereichs der sonderpädagogischen Förderung für Lernhilfe für eine dezentrale Beschulung kreisweit hinzuwirken und die Möglichkeiten einer dezentralen Beschulung zu erproben.“
„Wir befürchten, dass die Ankündigung lediglich die Beruhigungspille für alle Kritiker eines extrem weiten Schulweges war“, so Andrea Wacker-Hempel, die darauf verweist, das mit dem Standortwechsel der Schule für die Schülerinnen und Schüler neben langen Busfahrten auch Qualitätseinbußen durch den Verlust des örtlichen sozialen Netzes verbunden sein werden, „Eine dezentrale Beschulung ist ein wünschenswertes Konzept. Allerdings macht es die 3fache Anzahl an Lehrerstellen notwendig und von der derzeitigen Kultusministerin ist die Kostenübernahme dafür kaum zu erwarten. Und die defizitäre Kreiskasse macht es unmöglich, in die Bresche zu springen.“
Seitdem die Planungen im vergangenen Jahr bekannt geworden waren hatten die Grünen davor gewarnt, auf eine Absichtserklärung zu bauen, die allenfalls in ferner Zukunft Wirklichkeit werden kann. „Allzu oft sind die Ankündigungen des Landrats schon versandet! Man denke nur an den dringenden Ausbau der Schulsozialarbeit, der inzwischen zum Tabu-Thema mutiert ist“, so Andrea Wacker-Hempel abschließend, „Sanierte Schulgebäude alleine machen den Kreis Offenbach nicht zum Schulstandort Nr. 1!“


