06.12.2007 | Rubrik: Presse | Thema: Mühlheim, Schule / Bildung | Stichwort: Lernhilfe, Schule
Dezentrale Beschulung für den Bereich der sonderpädagogischen Förderung für Lernhilfe
Grüne haken nach: Was passiert nun mit den Kindern und Jugendlichen nach den nächsten Sommerferien?
„Ein Jahr nach Beschlussfassung wollen wir wissen, ob das Ziel der dezentralen Beschulung im Schuljahr 08/09 nun tatsächlich umgesetzt werden kann“, unterstreicht Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, schulpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion, „Weder die Gremien noch die betroffenen Schulgemeinden – und insbesondere die essentiell betroffene Schulgemeinde der Mühlheimer Johann-Hinrich-Wichern-Schule – wissen bis heute, was ab kommenden Sommer de facto mit welchen Kindern passieren soll. Klar ist offensichtlich nur, dass die Johann-Hinrich-Wichern-Schule ihre Pforten schließen soll! Ob dagegen eine Entscheidung pro Pilotprojekt zur dezentralen Beschulung in Wiesbaden gefallen ist oder zumindest in Aussicht steht oder wie weit die Konzeptentwicklung gediehen ist, ist unklar!“
Im Dezember 2006 hatte die Mehrheit von CDU und SPD dem umstrittenen Schulentwicklungsplan für den Kreis Offenbach im Kreistag zugestimmt, der auch besagt:
„Der Kreis Offenbach wird Initiativen ergreifen, um im Hessischen Kultusministerium auf eine Öffnung des Bereichs der sonderpädagogischen Förderung für Lernhilfe für eine dezentrale Beschulung kreisweit und insbesondere für die Stadt Mühlheim hinzuwirken und die Möglichkeiten einer dezentralen Beschulung zu erproben.“
Hintergrund für diese Aussage war die beabsichtigte Aufhebung der Mühlheimer Förderschule. Die Schülerinnen und Schüler von dort sollen die Don-Bosco-Schule in Klein-Welzheim besuchen, wenn das Pilotprojekt dezentrale Beschulung nicht umgesetzt werden kann. Die noch in Seligenstadt ansässige Don-Bosco-Schule soll in das Gebäude der Gerhardt-Hauptmann-Schule in Klein-Welzheim umziehen.
Dieser Rochade-Plan war bei den Grünen auf erhebliche Kritik gestoßen, die nach wie vor befürchten, dass die hehre Absicht mehr die Beruhigungspille für alle Kritiker des extrem weiten Schulweges als Folge der Schulschließung war:
„Wir halten einen solchen Schulweg quer durch den halben Kreis nach wie vor für eine Zumutung für Kinder und Jugendliche“, betont Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, der unterstreicht, dass die Umsetzung eines dezentralen Konzepts umfangreiche Vorbereitungen unter Einbeziehung der betroffenen Schulgemeinden genauso notwendig macht wie die 3fache Anzahl an Lehrerstellen: „Das Pferd wird von hinten aufgezäumt, wenn die Einsparung von Schulgebäuden der eigentliche Grund und Ausgangspunkt ist!“
Mit einem Antrag zur Kreistagssitzung am 12.12.07 fordern die Grünen einen Bericht, der sowohl hinsichtlich der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus dem Einzugsgebiet der Johann-Hinrich-Wichernschule als auch aus dem übrigen Kreisgebiet präzise Auskunft über den Sachstand gibt.
„Eigentlich sollte man erwarten können, dass eine enge Kooperation mit den Schulgemeinden und eine fortlaufende Information über gefasste Beschlüsse an die Gremien eine Selbstverständlichkeit ist“, kritisiert Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, „Aber Transparenz und Kooperation sind und bleiben Fremdworte für die Kreisspitze!“


