27.10.2010 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung, Soziales | Stichwort: Schule, Vereine
In Sonntagsreden beschworen – in der Realität hinterrücks ausgenockt
Grüne kritisieren Henzler´sche Mittelstreichung für die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen

Andrea Wacker-Hempel
Foto: Uta MoslerAuf Empörung bei der Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen ist die Kürzung der Landesgelder für das Programm `Schule und Sportverein´ gestoßen.
„Was in Sonntagsreden beschworen wird, hebelt Frau Henzler hinterrücks aus“, empört sich Andrea Wacker-Hempel, familienpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion und Mitglied im Schulausschuss, „Mit der drastischen Mittelkürzung trifft die Ministerin alle Schulgemeinden und Vereine, die sich um eine Weiterentwicklung von sinnvollen Kooperationen mit dem Ziel eines ganztägigen Angebotes bemüht haben.“
Hintergrund ist die Mittelkürzung für Schulen des hessischen Kultusministeriums um insgesamt 45 Mio €. Darunter fallen auch die Mittel für die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen. Daraus wurden bisher 8 Euro pro Übungsleiterstunde gezahlt, die jetzt ersatzlos fallen sollen. Auf diese 8 Euro hatten bisher schon meist die Vereine selbst noch eine Summe draufgelegt, weil sonst kaum ausgebildete Übungsleiter – noch dazu überwiegend am Nachmittag – für den Leichtathletikkurs, den Schwimmkurs oder den Tanzkurs in den Schulen zu gewinnen sind.
„Wahrscheinlich geht die Ministerin davon aus, dass die Eltern schon spenden werden“, mutmaßt Andrea Wacker-Hempel, „Oder die auch durch die Landespolitik ausgebluteten Kreis und Kommunen einspringen!“
„Darauf kann und darf sich aber verantwortliche Schulpolitik nicht stützen! Vielmehr geht es darum, Ganztagsangebote für alle alltäglich und verlässlich zu machen. Diesem Ziel erweist Frau Henzler wieder einmal einen Bärendienst.“
Wie die Einsparung konkret erfolgt, überlässt das Ministerium offensichtlich den staatlichen Schulämtern. „In typischer Manier wird die Verwaltung des Mangels weiter geschoben“, kommentiert Andrea Wacker-Hempel und fügt zynisch dazu: „Und wahrscheinlich verkauft das Frau Henzler am Ende noch als einen liberalen Akt der Selbstverantwortlichkeit!“
Der grüne Landtagsabgeordnete Mathias Wagner hat zu diesem Thema eine kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet.


