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10.09.2009 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales | Stichwort: Erzieherinnen, Kinder

Notstand nicht länger ignorieren

Grüne fordern Initiativen gegen Fachkräftemangel in Kindertagesstätten

„Über 5000 Erzieherinnen und Erzieher werden in den nächsten Jahren in Hessen fehlen“, warnt Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, schulpolitischer Sprecher der Fraktion und Direktkandidat für den Bundestag, „Da die hessische Landesregierung offensichtlich nicht willens ist, dieses Problem wahrzunehmen und anzugehen, müssen wir vor Ort jeden Strohhalm ergreifen, um Abhilfe zu schaffen.“

Um die Diskussion dazu in Gang zu bringen, hat die Kreistagsfraktion zu dem Thema eine Anfrage für die Kreistagssitzung am 23.9.09 eingereicht.

Allein für die Kinder unter drei Jahren soll und muss das Platzangebot kreisweit in 2010 um 418 und in den Jahren 2011 bis 2013 um jährlich 389 Plätze aufgestockt werden, um die geforderte Zielmarge von 35%, d.h. 3000 Plätze im Kreis Offenbach zu erreichen. Der Kreis als Jugendhilfeplaner ist dabei für eine zusammenfassende Planung zuständig.

„In vielen Kommunen werden derzeit Planungen für eine Ausweitung des Angebotes auf den Weg gebracht und umgesetzt. Dafür gibt es auch finanzielle Unterstützung“, erläutert Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, „Alle Anstrengungen werden jedoch verebben, wenn kein Fachpersonal zur Verfügung steht!“

Neben der Umsetzung des Rechtsanspruches für Kinder unter 3 Jahren bis 2013, aber auch für die gewollte Ausweitung der Betreuungsplätze und die Verbesserung der Personalschlüssel in Kindergärten werden in Hessen in den nächsten drei Jahren 8000 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher benötigt, wie die Landesregierung auf Anfrage der Landtagsgrünen zugab. Dem gegenüber stehen aber lediglich rund 1000 Absolventen, die jährlich die Fachschulen verlassen.

Schon jetzt gibt es in vielen Kommunen Klagen darüber, dass freiwerdende Stellen nicht oder allenfalls mit großen Schwierigkeiten besetzt werden können. „Aus dem Mangel wird ein fulminanter Notstand, wenn nicht Sofortprogramme auf den Weg gebracht werden“, betont Dr. Klaus-Uwe Gerhardt und fordert, endlich die ErzieherInnenausbildung zu reformieren und neue Ausbildungsplätze zu schaffen: „Wir erhoffen uns z.B. auch, durch die Motivation von BerufsrückkehrerInnen die klaffenden Lücken etwas zu schmälern.“

„Wir werden nicht locker lassen“ so Dr. Klaus-Uwe Gerhardt abschließend und kündigt weitere Initiativen der Grünen zu dem Thema an, „Kreise und Kommunen müssen ihren Beitrag leisten, aber vor allem auch die Hessische Landesregierung zwingen, den Notstand nicht noch länger zu ignorieren.“


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