15.11.2007 | Rubrik: Presse | Thema: Finanzen | Stichwort: Bombodrom
Stop für das Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide
Grüne: Landrat soll Verteidigungsminister beim Grünkohlessen überzeugen
Für Freitag, den 16.11.07 hat der Stadtverband Dreieich der CDU Verteidigungsminister Franz-Josef Jung zum Grünkohlessen eingeladen. „Diese Gelegenheit sollte sich der Landrat nicht entgehen lassen, um für die Finanzen des Kreises Positives zu bewirken!“ meinen die Grünen im Kreistag Offenbach und denken dabei an das Bombodrom, den vom Verteidigungsminister geplanten größten Bombenabwurfübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide.
In unmittelbarer Nähe dieses Geländes besitzt der Kreis Anteile an einem Tourismusprojekt in Höhe von über 8 Mio Euro, was bereits in der Vergangenheit auf die Kritik der Grünen gestoßen war. Die Fraktion hatte zur Kreistagssitzung am 31. Oktober 07 beantragt, der Kreistag möge den Verteidigungsminister auffordern, diese Pläne nicht weiter zu verfolgen, da die Grünen die Anteile im Falle der Umsetzung als verloren ansehen. Damit waren sie aber an der Mehrheit von CDU und SPD gescheitert, die einen Zusammenhang nicht erkennen wollten.
„Kein Tourist wird sich mehr in ein Hotel und auf einen Golfplatz verirren, über den die Jagdbomber dröhnen und Bombenexplosionen das Gehör erschüttern“, unterstreicht Fraktionsmitglied Andrea Wacker-Hempel die Überzeugung der Fraktion, „Der Verteidigungsminister trägt somit nicht nur die Verantwortung für die zukünftige Entwicklung der norddeutschen Region, sondern auch einen gehörigen Anteil an der Entwicklung des Kreishaushaltes.“
Der Landrat hatte im Vorfeld der Kreistagsdebatte betont, dass die jüngsten Gerichtsklagen aus der Region gegen den Schießplatz erfolgreich gewesen seien. „Das ist zwar zutreffend“, so Andrea Wacker-Hempel dazu, „jedoch hat der Verteidigungsminister mit dem Einlegen der Revision gegen das Urteil unterstrichen, dass er bis jetzt nicht gewillt ist, von seinen Planungen abzuweichen.“
„Mit seinen Äußerungen hatte der Landrat im Prinzip eingestanden, dass der direkte Zusammenhang nicht zu leugnen ist“, so Andrea Wacker-Hempel abschließend, die guten Appetit wünscht und hofft, dass vielleicht ein Glas Rotwein die Überzeugungskraft zusätzlich befördert.


