23.11.2006 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung | Stichwort: Schulentwicklungsplan
Anhörung zum Schulentwicklungsplan
Blauer Brief für die große Koalition
Deutlich und unmissverständlich wurde in der Anhörung am 21. November 2006 von Schulleitungen und BürgermeisterInnen Kritik am Schulentwicklungsplan dargelegt.
„Das war ein blauer Brief für den Landrat und die große Koalition“, so Fraktionssprecher Reimund Butz und betont dazu, dass ein blauer Brief als Chance verstanden werden muss, sich zu verbessern: „Noch steht die Probe auf´s Exempel aus, ob die Klagen über schlechte PISA-Ergebnisse und mangelhafte Schulabschlüsse nur Sonntagsreden füllen oder ob letztlich ein Licht für Bildung im Kreis Offenbach leuchten kann.“
Nach sorgfältiger Prüfung aller Zahlenprognosen und vielen Gesprächen ist die grüne Kreistagsfraktion zu dem Ergebnis gekommen, dass keine der angedachten Schulschließungen zum jetzigen Zeitpunkt verantwortbar ist. „Für die Kleinen muss es optimale Startchancen mit kurzen Wegen für kurze Beine geben“, betont Andrea Wacker-Hempel, familienpolitische Sprecherin der Fraktion und Mitglied im Schulausschuss, „ohne die verlieren auch alle Konzepte für ein lebenslanges Lernen an Sinn – der Grundstein für die Lernmotivation wird in der Grundschule gelegt!“
Weder in Obertshausen noch in Seligenstadt sind Schulschließungen mit den demografischen Entwicklungen zu begründen: in Obertshausen sind die Schülerzahlen – betrachtet man einen längeren Zeitraum – stabil und für Seligenstadt ist inzwischen deutlich, dass nach den neuesten Prognosen von einem Zuwachs ausgegangen werden kann. „Da muss man zumindest abwarten, ob sich der Trend bestätigt“, warnt Reimund Butz, „Schulen sind schnell geschlossen, eine Wiedereröffnung kaum denkbar!“
Ebenso werden sich die Grünen für den Erhalt der Gerhart-Hauptmann-Schule einsetzen. „Wir sind überzeugt, dass mit der Verkürzung der Gymnasialzeit die Realschulen eine Renaissance erleben – Erfahrungen aus anderen Bundesländern bestätigen das“, unterstreicht Andrea Wacker-Hempel, „eine Verlagerung der Schülerschar in einen Zusatzneubau an der funkelnagelneuen Merianschule wäre nicht nur zu kurz gedacht: es wäre schon mehr als ein Hauch von Schilda, der hier wehen würde, würde eine passgenaue, frisch sanierte Schule preisgegeben!“
„Wir hoffen, dass hier letztlich die Vernunft siegt“, so Reimund Butz, „feudale Allüren aus Froschhausen sind keine Grundlagen für Zukunft prägende Entscheidungen!“
Für die Landschaft der Lernhilfeschulen kündigen die Grünen eine Reihe von Prüfungsvorschlägen an. „Auf keinen Fall kann man eine ganze Schule quer durch den Kreis kutschieren“, betont Andrea Wacker-Hempel, „und das dezentrale Konzept des Landrates ist allenfalls ein Plan für die fernere Zukunft, aber keine Lösung für heute und morgen, wie die Anhörung unzweifelhaft gezeigt hat.“


