25.10.2006 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung | Stichwort: Schulentwicklungsplan
Schulentwicklungsplan: Jetzt ist die Schulkommission gefragt!
Grüne fordern Gründlichkeit vor Schnelligkeit für die Beratungen
Zur Sondersitzung des Kreistages am 15.November 2006, in der der Schulentwicklungsplan vorgelegt werden soll, hat die Kreistagsfraktion der Grünen einen Antrag eingebracht, der eine Stellungnahme der Schulkommission dazu fordert.
„Wir wollen auf kompetente Unterstützung nicht verzichten!“, unterstreicht dazu Fraktionssprecher Reimund Butz, „Angesichts der enormen Einschnitte für die Schullandschaft im Kreisgebiet, die in dem – bisher nicht vorliegenden – Entwurf angedacht werden, wäre es fahrlässig, fachkundigen Rat nicht einzuholen.“
Eine Schulkommission wird im Hessischen Schulgesetz festgeschrieben:
§ 148: „Die Gemeinden, die Schulträger sind, und die Landkreise bilden eine oder mehrere Schulkommissionen im Sinne des §72 der Hessischen Gemeindeordnung und des § 43 der Hessischen Landkreisordnung. Den Schulkommissionen müssen Lehrerinnen oder Lehrer, Eltern, Schülerinnen oder Schüler sowie Vertreterinnen oder Vertreter der Kirchen und von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, angehören.“
Während in früheren Legislaturperioden auch im Kreis Offenbach ein solches Gremium arbeitete, kam es in der vergangenen Legislaturperiode niemals zur Konstituierung dieses beratenden Organs. Für die laufende Periode wurden zwar die Kreistagsmitglieder einer Schulkommission bereits in der konstituierenden Kreistagssitzung gewählt, eine Gründungssitzung fand aber bisher nicht statt.
„Die bevorstehenden Beratungen sind von großer Tragweite für künftige Schülergenerationen! Eine drohende Ausdünnung der Schullandschaft gefährdet Bildungschancen: Weite Schulwege, große Schulen, voll gestopfte Klassen und ein verschmälertes Angebot an Schulformen sind keine Kennzeichen für einen Bildungsstandort Nr. 1“, führt Reimund Butz dazu aus und betont, dass der Rat gewählter Vertreterinnen und Vertreter aller von den Auswirkungen Betroffenen mehr als wertvoll für die Debatte wäre.
„Wir warnen davor, bei der Schulentwicklungsplanung Schnelligkeit über Gründlichkeit siegen zu lassen und fachkundige Stellungnahmen nur als Sand im Getriebe zu sehen“, so Reimund Butz abschließend.


