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12.06.2008 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung | Stichwort: Hausaufgabenhilfe, Schule

Grüne: Hausaufgabenhilfen gehören nicht auf die ehrenamtliche Schiene!

Nachdem die Mittel für die Hausaufgabenhilfen seit 2006 sukzessive gestrichen wurden (bzw. bis 2009 werden), gibt es den wiederkehrenden Versuch des Kreises, dieses Angebot an Schulen über Ehrenamtliche abzudecken. Das stösst auf die deutliche Kritik der grünen Kreistagsfraktion.

„Der Rückzug des Kreises aus der Finanzierung von Hausaufgabenhilfen war grundverkehrt und ist letztlich ein Eigentor für gute Bildungschancen“, so Andrea Wacker-Hempel, Mitglied der Kreistagsfraktion im Schulausschuss, die sich zusammen mit ihrer Fraktion immer wieder für den Erhalt und eine Aufstockung der Mittel eingesetzt hatte, „Hausaufgabenhilfen gehören nicht auf die ehrenamtliche Schiene, sondern müssen finanziell dauerhaft abgesichert werden. Das von uns hochgeschätzte bürgerschaftliche Engagement in den Schulen darf nicht für elementare Bildungsbausteine aufgefressen werden, sondern soll für zusätzliche Bereicherungen des Schullebens über den Schulalltag hinaus genutzt werden können.“

Der Ausbau der Ganztagsschulen hatte als Ausrede der großen Koalition für die Streichung der einstmals 84 t € p.a. gedient und Sozialdezernent Carsten Müller (SPD) hatte darüber hinaus die Hausaufgabenhilfen als „unzeitgemäß“ bezeichnet. „Unzeitgemäß ist Hausaufgabenhilfe erst, wenn sie durch professionellen Förderunterricht am Nachmittag ersetzt ist. Doch bis dahin dürfen die Kinder nicht im Stich gelassen werden“, so Andrea Wacker-Hempel und ergänzt, dass zudem eine Korrespondenz zwischen Ausbau der Ganztagsschulen und dem Abbau der Gelder für die Hausaufgabenhilfe nicht feststellbar ist.

„Wir haben keine einzige Schule gefunden, die eine Hausaufgabenhilfe für verzichtbar hält“, erläutert Andrea Wacker-Hempel weiter, „und die Schulen mit erweitertem Angebot machen da gar keine Ausnahme.“
Manche Schulen suchen verzweifelt nach Möglichkeiten, ihre Hilfskräfte weiter zu bezahlen und hoffen auf Sponsoren oder veranstalten dafür z.B. Benefiz-Wettläufe u.ä. mehr. „Wir wollen, dass die Schulen ihre mühsam eingeworbenen Sponsorenmittel für besondere schulische Highlights verwenden können und nicht für dauerhaft notwendige Angebote“, betont Andrea Wacker-Hempel.

In einigen Kommunen wird Hausaufgabenhilfe inzwischen vor Ort finanziert – entweder aus städtischen Mitteln (wie z.B. in Dietzenbach mit bis zu 300.000€ pro Jahr) oder aus Projektmitteln wie beispielsweise in Seligenstadt. „Die Kommunen springen hier – lobenswerter Weise – in die Lücke, die der Kreis gerissen hat, der zum einen als Jugendhilfeträger zuständig zeichnet und zum anderen flächendeckend für vergleichbare Bildungsangebote Sorge tragen sollte.“

Auch der ehemalige IHK-Präsident Ingo Mayer hatte vormals vor der Mittelstreichung bei den Hausaufgabenhilfen gewarnt und mit dem Hinweis, die Politiker an ihre Verantwortung erinnern zu wollen, die Kosten für die Hausaufgabenhilfe an zwei Rodgauer Schulen für ein Jahr aus eigener Tasche übernommen.

In der Verantwortung steht auch das Land Hessen, das ein Recht auf Bildung in seinem Schulwesen umzusetzen hat. „Ähnlich wie bei der Schulsozialarbeit, gilt es auch für die weiteren schulischen Hilfen gemeinsame Finanzierungssysteme zu konzipieren anstatt das Problem nach unten zu verlagern“, betont Andrea Wacker-Hempel.
„Für uns gilt weiterhin: Es muss ein transparentes und finanziell gesichertes Konzept auf den Tisch, dass allen Schulen die Möglichkeit gibt, diese Hilfen mit erfahrenem Personal anzubieten. Der Verschiebebahnhof ins Ehrenamt ist falsch.“


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