29.03.2006 | Rubrik: Presse | Thema: Verschiedenes | Stichwort: Kommunalwahl
Kommunalwahl 2006 im Kreis Offenbach
Bündnisgrüne: Freude und bittere Wermutstropfen
Freude mit bitteren Wermutstropfen konstatieren die Bündnisgrünen im Kreis anlässlich der Kommunalwahl.
Insbesondere das hohe Desinteresse an der Wahlurne sollte Anlass zum Nachdenken sein.
„Gestiegen ist die gefühlte Überflüssigkeit für die Stimmabgabe. Immer wieder haben wir zu hören bekommen, dass man sich verschaukelt fühle, wenn vor der Wahl das Ergebnis bereits ausgemacht sei“, fasst Fraktionssprecher Reimund Butz die Erfahrungen der grünen Wahlkampfmannschaften vor Ort zusammen und zielt damit auf die im vorletzten Jahr bereits `über den Wahltag´ hinaus vereinbarte Koalition von CDU und SPD, „gerade die aufmerksame Wählerschaft hat das als Affront gegenüber ihrer Souveränität verstanden – zu Recht.“ Die Bündnisgrünen räumen ein, dass auch bei Teilen ihrer Wählerschaft dadurch ein Mobilisierungsproblem entstanden sei.
„Dass es uns trotzdem gelungen ist, 10 Sitze zu halten, freut uns natürlich“, so Reimund Butz und gibt Brief und Siegel, dass die Grünen ihre Rolle als größte Oppositionspartei mit Verve annehmen werden, „wir waren engagiert und putzmunter und werden auch weiterhin der Pfeffer in der Soße bleiben. Von der Schulpolitik über den sozialen Bereich bis zu Ökologie und Verbraucherschutz reicht die Palette der Themen, die es zu meistern gilt.“
Als erfreuliches Ergebnis der Kreistagswahl bewerten die Bündnisgrünen, dass die Deutsche Liste in die Bedeutungslosigkeit verbannt wurde.
Anlass zum Frohlocken sind für die Grünen natürlich ihre Wahlergebnisse in Rödermark (28,1) und in Dreieich (16,1). „Der Zuwachs in Rödermark ist hessenweit Spitze“, freut sich Reimund Butz, „auch vermeintlich ewige absolute Mehrheiten sind endlich!“
Auch in Dreieich konnte ein engagiertes, grünes Team mit den richtigen Themen punkten und deutlich zulegen; Heusenstamm, Hainburg, Rodgau, Obertshausen und Seligenstadt haben ebenso ein Plus zu verzeichnen. In Dietzenbach, Egelsbach, Mühlheim und vor allem Neu-Isenburg müssen die Grünen aber auch Verluste hinnehmen.
„Wir werden gemeinsam überlegen müssen, wie das Interesse an Kommunalpolitik gesteigert werden kann und werden ein „es ist Wahl, aber keiner geht hin“ nicht achselzuckend hinnehmen“, kündigt Reimund Butz an und bewertet dabei ein in der letzten Zeit zunehmendes Interesse von jungen Leuten an der grünen Arbeit als hoffnungsvolles Zeichen, „Wenn aber zunehmend Aufgaben der Kreise und Kommunen in anonyme Zirkel ausgelagert werden, ist das kontraproduktiv.“


