06.12.2007 | Rubrik: Anfragen | Thema: Soziales | Stichwort: Integration, Schule
Integrationshilfe für Grundschüler aus Heusenstamm
An den
Vorsitzenden des Kreistages Offenbach
Kreistagsbüro
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Notizbuch der Woche hat die OP v. 1.12.07 unter der Überschrift „Brutal und gedankenlos“ Folgendes geschildert:
„(...) Da gibt es an einer der drei Heusenstammer Grundschulen einen Schüler, der unter gewissen Wahrnehmungsstörungen leidet. Eltern und auch die Schulleitung haben sich aber bewusst entschieden, das Kind auf eine Regelschule zu schicken. Denn einerseits ist der Junge vom Intellekt her durchaus in der Lage, dem Unterricht angemessen zu folgen und andererseits tut ihm die Gesellschaft mit anderen Kindern meist gut. (...) Dann braucht der Junge einfach ein wenig Unterstützung. Um diese zu erhalten, hat die Schulleitung einen so genannten Integrationshelfer beantragt. Eine solche Stelle wird meist von einem Zivildienstleistenden besetzt, oder von jungen Leuten, die ein freiwilliges soziales Jahr leisten. Unter dem Strich ist das also für den Kreis Offenbach als Schulträger keine besonders teure Angelegenheit.
Der Antrag der Schule wurde abgelehnt. Das allein wäre schon aller Aufregung wert. Doch wirklich erschreckend waren die Alternativen, die als Lösung für das Problem präsentiert wurden: Wenn es der Junge nicht immer rechtzeitig zur Toilette schaffe, solle man ihm doch Windeln anziehen, hieß es. Und wenn der Schüler nicht immer mit seinen Klassenkameraden zurechtkomme, solle man ihn doch auf eine Sonderschule stecken. (...)“
Wir fragen dazu:
- Ist der Sachverhalt zutreffend?
- Wurden die zitierten „Lösungen“ tatsächlich geäußert?
- Wenn ja, ist der Kreisausschuss bereit, sich dafür zu entschuldigen?
- Ist der Kreis zwischenzeitlich bereit, die Integrationshilfe zu finanzieren? Wenn nein, warum nicht?
- Wie passen solche Äußerungen zu der Absicht des Kreises, zukünftig Förderhilfeschülerinnen und -schüler dezentral zu beschulen, d.h. in die Regelschule zu integrieren?
Mit der Bitte um eine zeitnahe Beantwortung der Anfrage.
Für Ihre Mühe danken wir.
Mit freundlichen Grüßen
Ursula Chmelik


