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07.06.2006 | Rubrik: Presse | Thema: Dietzenbach, Schule / Bildung | Stichwort: Gesamtschule, Gymnasium

Schullandschaft in Dietzenbach

Bündnisgrüne: Eine Diskussion ohne die Schulen ist eine Diskussion gegen die Schulen!

In Dietzenbach hat sich aktuell eine Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Ernst-Reuter-Schule und der Heinrich-Mann-Schule entsponnen.
„Die Diskussion wird in Dietzenbach bisher ohne eine umfassende Beteiligung der Schulen geführt“, kritisiert dazu die Dietzenbacher Kreistagsabgeordnete Andrea Wacker-Hempel, „es ist zu befürchten, dass ideologisch gefärbte Einzelinteressen den Ton angeben und das Wohl der Schülerinnen und Schüler auf der Strecke bleibt!“
Auf Nachfrage der Abgeordneten zu dem Thema hatte der Kreisausschuss mit Datum vom 26.5.2006 geantwortet:
„Die beiden Gesamtschulen in Dietzenbach sind von der Jahrgangsstufe 5 an schulformbezogen organisiert. Gleiche Eingangsbedingungen sind unabdingbar, um die relative Ausgewogenheit in der Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die beiden Standorte sowohl von der Gesamtzahl her als auch vom Anteil der Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Herkunft zu gewährleisten. Mit der Aufnahme von etwa 90% eines Schülerjahrgangs finden die beiden Gesamtschulen in der Stadt Dietzenbach eine hohe Akzeptanz. Bestrebungen, die Heinrich-Mann-Schule in Dietzenbach in ein eigenständiges Gymnasium umzuwandeln, sind durchaus als legitim anzusehen, bedürfen aber noch einer detaillierten Betrachtung hinsichtlich der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Schullandschaft in Dietzenbach.“

„Dietzenbacher Schülerinnen und Schülern steht an den beiden Gesamtschulen und dem Angebot der Waldorfschule sowie dem Gymnasium der Nachbarkommune ein ausgewogenes und breites Bildungsspektrum zur Verfügung und eine Veränderung drängt sich nicht auf“, so Andrea Wacker-Hempel dazu, die ergänzend zu den Ausführungen des Kreisausschusses auch die Untersuchung über mögliche Auswirkungen auf die Schulstandorte der Nachbarkommune für notwendig hält, „Dietzenbach ist schließlich keine abgeschottete Insel!“

Die bündnisgrüne Kreistagsfraktion kündigt an, mit einer parlamentarischen Initiative eine Versachlichung der Diskussion anzustreben. „Wenn die Diskussion schon geführt wird, dann sollten zuallererst die betroffenen Schulgemeinden zu Wort kommen“, betonen die Grünen.
„Eine Entscheidung ohne die Schulen ist eine Entscheidung gegen die Schulen. Schließlich ist – nicht zuletzt nach neuen Untersuchungen und Berichten – eine weitere Spaltung im Bildungsbereich ein Rückschritt in eine bildungspolitische Mottenkiste, den sich ein guter Bildungsstandort nicht leisten kann. Die Art und Weise der derzeitigen Diskussion in Dietzenbach verunsichert Schulen und Eltern und dient nicht einem konstruktiven Miteinander“, so Andrea Wacker-Hempel abschließend, „Auch viele Eltern sehen die immensen Vorteile eines längeren gemeinsamen Lernens!“


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